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Ausländeranteil an Schulen: 16 Prozent im Schnitt – an Hauptschulen 42, an Gymnasien 8,5

1,47 Millionen Schüler an allgemeinbildenden Schulen haben keinen deutschen Pass. An Hauptschulen sind es zwei von fünf, an Gymnasien jeder zwölfte. Je nach Staatsangehörigkeit besuchen 10 bis 54 Prozent der Schüler an weiterführenden Schulen ein Gymnasium – und jeder fünfte ausländische Abgänger bleibt ohne Abschluss.

Die Zahlen dazu

Alle 6 Statistiken im Artikel

Jeder sechste Schüler an einer allgemeinbildenden Schule in Deutschland hat keinen deutschen Pass: 1,47 Millionen, 16,3 Prozent. Zwischen den Schularten sind die Unterschiede groß – an Hauptschulen sind es 41,5 Prozent, an Gymnasien 8,5. An weiterführenden Schulen besucht rund jeder fünfte ausländische Schüler ein Gymnasium, von den deutschen sind es gut vier von zehn. Und bei den Abschlüssen öffnet sich eine Lücke: Jeder fünfte ausländische Schulabgänger verlässt die Schule ohne Abschluss, bei den Deutschen ist es jeder sechzehnte.

1,47 Millionen ausländische Schüler

Im Schuljahr 2025/26 besuchten 8,998 Millionen Kinder und Jugendliche eine allgemeinbildende Schule. 1.468.754 von ihnen hatten ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit, 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr; ihr Anteil stieg von 16,1 auf 16,3 Prozent. Nach Bildungsbereichen unterscheidet sich der Anteil stark: Im Vorschulbereich – Vorklassen und Schulkindergärten – liegt er bei 30,9 Prozent, in der Grundschule bei 17,0, in der Sekundarstufe I bei 16,7 und in der gymnasialen Oberstufe und vergleichbaren Bildungsgängen der Sekundarstufe II nur bei 8,3 Prozent.

Hauptschule 41,5 Prozent, Gymnasium 8,5 Prozent

Ausländische Kinder verteilen sich sehr ungleich auf die Schularten. An Hauptschulen haben zwei von fünf Schülern einen ausländischen Pass, an Gymnasien jeder zwölfte. Auch an Förderschulen liegt der Anteil mit 21,2 Prozent über dem Durchschnitt; dort wuchs die Zahl ausländischer Schüler binnen eines Jahres am stärksten, um 7,5 Prozent. Schüler an eigenständigen Hauptschulen weist die Statistik nur noch für fünf Länder aus, in Rheinland-Pfalz nur noch 123. Anderswo sind Hauptschulen in Schulen mit mehreren Bildungsgängen aufgegangen, an denen der Anteil bei gut 21 Prozent liegt.

Schulart Tsd. ausl. Anteil Vorj.
Hauptschulen 132 54.730 41,5 % +1,8 %
Schularten mit zwei Bildungsgängen 721 156.026 21,6 % +4,4 %
Förderschulen 357 75.772 21,2 % +7,5 %
Schularten mit drei Bildungsgängen 1.233 261.043 21,2 % +4,6 %
Grundschulen 3.175 539.887 17,0 % +1,0 %
Realschulen 780 121.998 15,6 % +3,8 %
Gymnasien 2.313 196.422 8,5 % +2,9 %
Alle Schularten 8.998 1.468.754 16,3 % +2,4 %
Schülerinnen und Schüler insgesamt (Tsd., in Tausend) und mit ausländischer Staatsangehörigkeit (ausl.) nach Schulart, Schuljahr 2025/26; Vorj.: Veränderung der Zahl ausländischer Schüler gegenüber 2024/25. Auswahl der größten Schularten. Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Allgemeinbildende Schulen 2025/26 und 2024/25 (Tabellen 21111-03, 21111-08, 21111-12); Statsray-Berechnung.

Deutlich wird der Unterschied auch, wenn man nur die Sekundarstufe I betrachtet, also die Klassen 5 bzw. 7 bis 10: Von den deutschen Schülern dieser Stufe besuchen 40,1 Prozent ein Gymnasium, von den ausländischen 20,0 Prozent (Vorjahr: 20,5). Eine Hauptschule besuchen 2,1 Prozent der deutschen und 7,4 Prozent der ausländischen Schüler.

An Privatschulen ist der Ausländeranteil mit 7,3 Prozent weniger als halb so hoch wie an öffentlichen Schulen (17,2 Prozent). Privatschulen besuchen 818.824 Schülerinnen und Schüler, rund jeder elfte.

Ausländeranteil an Schulen16,3 % 2025

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) · Statistik, Daten & Download →

Bremen ein Viertel, Brandenburg ein Zehntel

Am höchsten ist der Anteil ausländischer Schüler in den Stadtstaaten und im Saarland: Bremen 25,2 Prozent, Saarland 22,2, Berlin 21,6. In den ostdeutschen Flächenländern liegt er zwischen 9,8 und 11,6 Prozent. In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen mit 363.230 die meisten ausländischen Schüler. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil in 14 Ländern gestiegen, am stärksten in Sachsen (von 10,4 auf 11,4 Prozent); in Bayern und Berlin ist er leicht gesunken.

Land 2025/26 2024/25
Bremen 25,2 % 25,0 %
Saarland 22,2 % 22,0 %
Berlin 21,6 % 21,7 %
Hessen 19,7 % 19,3 %
Hamburg 19,2 % 19,0 %
Nordrhein-Westfalen 17,9 % 17,6 %
Baden-Württemberg 16,7 % 16,6 %
Bayern 15,6 % 15,7 %
Niedersachsen 15,5 % 15,5 %
Rheinland-Pfalz 14,9 % 14,6 %
Schleswig-Holstein 14,0 % 13,5 %
Sachsen-Anhalt 11,6 % 11,0 %
Thüringen 11,6 % 11,1 %
Sachsen 11,4 % 10,4 %
Brandenburg 9,8 % 9,5 %
Mecklenburg-Vorpommern 9,8 % 9,5 %
Deutschland 16,3 % 16,1 %
Anteil der Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Staatsangehörigkeit an allgemeinbildenden Schulen. Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Allgemeinbildende Schulen 2025/26 und 2024/25 (Tabellen 21111-03, 21111-08, 21111-12); Statsray-Berechnung.

Ukrainer und Syrer sind die größten Gruppen

Fast ein Drittel der ausländischen Schüler hat die ukrainische (15,5 Prozent) oder syrische (15,1 Prozent) Staatsangehörigkeit. Es folgen Rumänien, Afghanistan, die Türkei und Polen. Rund 58 Prozent der ausländischen Schüler stammen aus europäischen Staaten, ein Drittel aus asiatischen, 6 Prozent aus afrikanischen. Die Zahl ukrainischer Schüler stieg binnen eines Jahres um 3,6 Prozent, die indischer um 12,4 Prozent. Dass türkische Kinder nur auf Platz fünf stehen, hat einen rechtlichen Hintergrund: Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern unter bestimmten Voraussetzungen mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit (§ 4 Abs. 3 StAG) und zählen dann nicht als Ausländer.

Große Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen

Hinter dem Durchschnitt verbergen sich sehr verschiedene Gruppen. Rechnet man Grundschulen und Vorklassen heraus, besuchen 43,4 Prozent der deutschen und 21,3 Prozent der ausländischen Schüler an weiterführenden Schulen ein Gymnasium. Bei Kindern mit indischem Pass sind es 54,1 Prozent – mehr als bei deutschen –, bei vietnamesischen 38,0, bei russischen 32,7 und bei türkischen 26,1 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil bei irakischen (9,8), kosovarischen (10,0) und bulgarischen Schülern (11,8 Prozent).

Staatsangehörigkeit Schüler Anteil an ausl. Schülern davon am Gymnasium*
Ukraine 227.677 15,5 % 19,7 %
Syrien 222.330 15,1 % 16,5 %
Rumänien 91.879 6,3 % 18,6 %
Afghanistan 73.344 5,0 % 14,3 %
Türkei 64.812 4,4 % 26,1 %
Polen 61.299 4,2 % 23,6 %
Bulgarien 54.036 3,7 % 11,8 %
Irak 45.458 3,1 % 9,8 %
Kosovo 32.395 2,2 % 10,0 %
Italien 32.106 2,2 % 22,0 %
Russland 31.305 2,1 % 32,7 %
Vietnam 9.536 0,6 % 38,0 %
Indien 18.242 1,2 % 54,1 %
Ausländer insgesamt 1.468.754 100 % 21,3 %
Deutsche 7.529.421 – 43,4 %
Die zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten sowie Russland, Vietnam und Indien, Schuljahr 2025/26. * Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern ohne Grundschulen, Vorklassen und Schulkindergärten (rechnerische Annäherung, da einige Schularten auch Grundschulklassen führen). Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Allgemeinbildende Schulen 2025/26 und 2024/25 (Tabellen 21111-03, 21111-08, 21111-12); Statsray-Berechnung.

Die Schulstatistik erfasst weder, wie lange die Kinder schon in Deutschland leben, noch Bildung, Einkommen oder Sprache der Eltern. Gründe für die Unterschiede lassen sich daraus deshalb nicht ablesen. Sicher ist nur, dass „ausländische Schüler“ keine einheitliche Gruppe sind.

Jeder fünfte ausländische Schulabgänger ohne Abschluss

Von den 109.214 ausländischen Jugendlichen, die 2025 eine allgemeinbildende Schule verließen, hatten 20,5 Prozent keinen Ersten Schulabschluss – bei den Deutschen 6,4 Prozent. Das Abitur erwarben 9,9 Prozent der ausländischen und 33,0 Prozent der deutschen Abgänger. Ausländische Abgänger machten 14,2 Prozent aller Abgänger aus, aber 34,6 Prozent derer ohne Abschluss. Gegenüber 2024 stieg die Zahl ausländischer Abgänger um 10 Prozent; ihr Anteil ohne Abschluss nahm von 19,9 auf 20,5 Prozent zu, der Anteil mit Abitur sank von 11,4 auf 9,9 Prozent.

Abschluss Ausländer 2025 Deutsche 2025 Ausländer 2024
ohne Ersten Schulabschluss 20,5 % 6,4 % 19,9 %
Erster Schulabschluss 30,5 % 15,4 % 30,7 %
Mittlerer Schulabschluss 39,0 % 45,0 % 37,9 %
Allgemeine Hochschulreife 9,9 % 33,0 % 11,4 %
Absolvierende und Abgehende allgemeinbildender Schulen nach höchstem Abschluss, in Prozent aller Abgänger der jeweiligen Gruppe (2025: 109.214 Ausländer, 659.741 Deutsche; 2024: 99.324 Ausländer). Fachhochschulreife (unter 0,2 Prozent) nicht aufgeführt. Abschlüsse an beruflichen Schulen sind nicht enthalten. Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Allgemeinbildende Schulen 2025/26 und 2024/25 (Tabellen 21111-03, 21111-08, 21111-12); Statsray-Berechnung.

Jungen schneiden in beiden Gruppen schlechter ab als Mädchen. Ohne Abschluss blieben 24,0 Prozent der ausländischen Jungen und 16,8 Prozent der ausländischen Mädchen; bei den Deutschen waren es 7,6 und 5,3 Prozent. Das Abitur schafften 8,2 Prozent der ausländischen Jungen und 11,9 Prozent der Mädchen.

Sachsen-Anhalt und Thüringen: zwei von fünf ohne Abschluss

Zwischen den Ländern unterscheidet sich die Quote stark. In Sachsen-Anhalt verließen 40,0 Prozent der ausländischen Abgänger die Schule ohne Abschluss, in Thüringen 39,6 Prozent – allerdings bei vergleichsweise kleinen Zahlen von rund 2.000 Abgängern. Am niedrigsten ist die Quote in Hessen mit 12,6 Prozent. In jedem Land liegt sie über der deutscher Abgänger. Für Berlin lassen sich keine Werte angeben, weil die Statistik dort die Staatsangehörigkeit nur für 305 Abgänger ausweist.

Land Ausländer Deutsche ausl. Abgänger
Sachsen-Anhalt 40,0 % 10,4 % 1.761
Thüringen 39,6 % 8,6 % 2.033
Saarland 28,1 % 7,2 % 1.768
Niedersachsen 27,0 % 6,6 % 10.991
Schleswig-Holstein 26,1 % 7,8 % 2.886
Bremen 22,8 % 5,9 % 1.802
Sachsen 20,9 % 7,3 % 4.305
Rheinland-Pfalz 20,6 % 6,8 % 5.663
Nordrhein-Westfalen 20,5 % 5,7 % 27.800
Mecklenburg-Vorpommern 19,7 % 9,5 % 1.142
Bayern 19,1 % 5,7 % 17.761
Baden-Württemberg 17,9 % 5,6 % 14.402
Hamburg 17,6 % 4,9 % 3.174
Brandenburg 17,0 % 7,6 % 2.165
Hessen 12,6 % 4,5 % 11.256
Anteil der Abgänger ohne Ersten Schulabschluss an allen Absolvierenden und Abgehenden allgemeinbildender Schulen 2025. Berlin weist die Staatsangehörigkeit der Abgänger nur für 305 Personen aus und fehlt deshalb. Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Allgemeinbildende Schulen 2025/26 und 2024/25 (Tabellen 21111-03, 21111-08, 21111-12); Statsray-Berechnung.

Möglich ist, dass ein Teil der Lücke mit der Zuwanderung der vergangenen Jahre zusammenhängt: Wer erst kurz vor Ende der Schulpflicht nach Deutschland kommt und Deutsch lernen muss, hat wenig Zeit für einen Abschluss. Viele holen Abschlüsse später an beruflichen Schulen nach, die hier nicht erfasst sind. Wie groß diese Effekte sind, weist die Statistik nicht aus. Mehr zur Entwicklung der Schulabgänger ohne Abschluss insgesamt zeigt unsere Analyse zu Schulabgängern ohne Abschluss, regionale Unterschiede die Auswertung nach Kreisen.

Was die Zahlen nicht sagen

Staatsangehörigkeit, nicht Migrationshintergrund. Die Schulstatistik zählt nur den Pass. Kinder eingebürgerter Eltern oder mit deutscher und weiterer Staatsangehörigkeit gelten als Deutsche. Der Anteil der Schüler mit Einwanderungsgeschichte ist deutlich höher, wird aber bundesweit nicht einheitlich erfasst.

Klassen sind sehr unterschiedlich zusammengesetzt. Ein Durchschnitt von 16 Prozent bedeutet nicht, dass jede Klasse so aussieht. In Großstädten und bestimmten Stadtteilen liegt der Anteil an einzelnen Schulen weit höher, auf dem Land oft weit niedriger. Daten auf Ebene einzelner Schulen veröffentlichen nur manche Länder.

Keine Aussage über Leistung. Abschlüsse und Schularten hängen stark von Deutschkenntnissen, Aufenthaltsdauer, Bildung und Einkommen der Eltern ab. Die Statistik schlüsselt nicht nach diesen Merkmalen auf.

So haben wir gerechnet

Grundlage ist der Statistische Bericht „Allgemeinbildende Schulen“ des Statistischen Bundesamts für die Schuljahre 2025/26 und 2024/25: Tabelle 21111-03 (Schüler nach Ländern, Bildungsbereichen, Schularten, Trägerschaft und Staatsangehörigkeit), 21111-08 (ausländische Schüler nach Staatsangehörigkeit und Schulart) und 21111-12 (Absolvierende und Abgehende nach Abschlussart, Geschlecht und Staatsangehörigkeit). Anteile, Veränderungsraten und der Gymnasialanteil an weiterführenden Schulen sind Statsray-Berechnungen. Abschlussquoten: Abgänger mit dem jeweiligen Abschluss in Prozent aller Abgänger der Gruppe.

Mehr Daten: Ausländische Schüler · Ausländeranteil an Hauptschulen · Ausländeranteil an Gymnasien · Schulabgänger ohne Abschluss · Ausländeranteil der Bevölkerung

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Ausländeranteil an deutschen Schulen?

Im Schuljahr 2025/26 hatten 16,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen eine ausländische Staatsangehörigkeit, 1,47 Millionen.

In welchem Bundesland gibt es die meisten ausländischen Schüler?

Anteilig in Bremen (25,2 Prozent), im Saarland (22,2) und in Berlin (21,6); in absoluten Zahlen in Nordrhein-Westfalen (363.230). Am niedrigsten ist der Anteil in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit je 9,8 Prozent.

Wie viele ausländische Schüler gehen aufs Gymnasium?

An weiterführenden Schulen besuchen 21,3 Prozent der ausländischen und 43,4 Prozent der deutschen Schüler ein Gymnasium. Je nach Staatsangehörigkeit reicht der Anteil von 9,8 Prozent (Irak) bis 54,1 Prozent (Indien).

Wie viele ausländische Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss?

2025 verließen 22.440 ausländische Jugendliche eine allgemeinbildende Schule ohne Ersten Schulabschluss, 20,5 Prozent aller ausländischen Abgänger. Bei den Deutschen waren es 6,4 Prozent.

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