Statsray bereitet amtliche Statistiken auf. Diese Seite erklärt, wie die Daten zu uns kommen, wie wir sie prüfen, was wir selbst berechnen, wie unsere Analysen entstehen und was wir tun, wenn ein Fehler passiert.
1. Wie die Daten zu uns kommen
Wir rufen die Daten automatisch über die offiziellen Schnittstellen der Quellen ab, etwa den GENESIS-Webservice des Statistischen Bundesamts, die Regionaldatenbank der Statistischen Ämter, die Datenbank von Eurostat, die Datenportale von Europäischer Zentralbank und Deutscher Bundesbank sowie SMARD der Bundesnetzagentur. Für jede Statistik ist festgelegt, wie oft wir nach neuen Werten fragen – je nach Erscheinungsrhythmus der Quelle zwischen 6 Stunden und 180 Tagen. Welche Quellen das im Einzelnen sind, steht unter Datenquellen.
Werte, die die Quelle nachträglich ändert (Revisionen), übernehmen wir beim nächsten Abruf. Maßgeblich ist immer der aktuelle Stand der Quelle.
2. Wie wir die Daten prüfen
Jede neue Lieferung durchläuft automatische Prüfungen, bevor sie auf der Website erscheint:
- Plausibilitätsbereich: Für jede Statistik ist festgelegt, in welchem Bereich ihre Werte liegen können. Werte außerhalb dieses Bereichs werden nicht übernommen.
- Sprungprüfung: Ändert sich ein Wert gegenüber dem Vorwert stärker als für diese Statistik üblich, wird er markiert und landet in einer Prüfliste.
- Vollständigkeit: Eine Zeitreihe muss genügend Werte enthalten; Regionaldaten müssen eine Mindestzahl von Ländern, Kreisen oder Gemeinden abdecken.
- Platzhalter: Geheimgehaltene, fehlende oder vorläufig gesperrte Werte, die die Quelle mit Zeichen wie „x“ oder „.“ kennzeichnet, werden nicht als Zahl übernommen.
- Summenkontrollen: Bevor wir eine neue Tabelle aufnehmen, prüfen wir, ob Teilgruppen die Gesamtzahl ergeben und ob die Summe der 16 Bundesländer dem Bundeswert entspricht.
Zeitreihenbrüche – etwa durch neue Erhebungsverfahren, geänderte Abgrenzungen oder den Zensus – übernehmen wir aus den Kennzeichen der Quelle und weisen sie auf der Statistikseite aus. In unseren Texten vergleichen wir nicht über solche Brüche hinweg, ohne darauf hinzuweisen.
3. Was wir selbst berechnen
Manche Kennzahlen veröffentlicht die Quelle nicht direkt. Dann berechnen wir sie aus amtlichen Werten und kennzeichnen sie als „Statsray-Berechnung“. Dazu gehören:
- Anteile und Quoten, zum Beispiel der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss an allen Schulabgängern.
- Werte je Einwohner, berechnet mit dem amtlichen Bevölkerungsstand zum passenden Stichtag.
- Veränderungsraten gegenüber dem Vorjahr oder einem Basisjahr.
- Summen, wenn eine Tabelle keine Gesamtzeile enthält, etwa aus Männern und Frauen oder Deutschen und Ausländern.
- Hochrechnungen, zum Beispiel die Schuldenuhr, die den letzten amtlichen Schuldenstand mit dem Zuwachs der vergangenen zwölf Monate fortschreibt. Hochrechnungen sind als solche bezeichnet und ersetzen keine amtlichen Werte.
Die Rechenwege stehen jeweils im Abschnitt „Methodik“ der Seite. Rechner verwenden die amtlichen Werte und die geltenden gesetzlichen Regeln; ihre Annahmen und Grenzen stehen auf der jeweiligen Rechnerseite.
4. Wie die Texte auf den Statistikseiten entstehen
Die Einordnung auf jeder Statistikseite – aktueller Wert, Veränderung zum Vorjahr, Höchst- und Tiefstwerte – wird direkt aus den Daten erzeugt und ändert sich mit jedem neuen Wert. Sie beschreibt nur, was die Zahlen zeigen, und spekuliert nicht über Ursachen. Die Abschnitte zu Definition und Methodik beruhen auf den Erläuterungen der Quelle.
5. Wie unsere Analysen entstehen
In den Analysen verbinden wir mehrere Statistiken, um eine Frage zu beantworten. Dabei gelten feste Arbeitsschritte:
- Nur amtliche Daten: Grundlage sind dieselben Quellen wie auf den Statistikseiten. Jede Tabelle wird mit ihrer Kennung genannt.
- Jede Zahl wird geprüft: Alle Werte im Text werden vor der Veröffentlichung gegen die abgerufenen Daten abgeglichen. Wo es geht, prüfen wir zusätzlich gegen veröffentlichte Zahlen der Quelle, etwa aus Pressemitteilungen.
- Zugespitzt, aber belegbar: Überschriften dürfen pointiert sein, aber nur, wenn die Daten die Aussage tragen. Behauptungen über Ursachen stellen wir nur auf, wenn eine Quelle sie belegt.
- Grenzen benennen: Jede Analyse erklärt, was die Daten nicht zeigen – etwa ob Personen oder Fälle gezählt werden, ob ambulante Behandlungen fehlen oder ob sich Abgrenzungen geändert haben.
- Nachvollziehbar: Am Ende jeder Analyse stehen Quellen und Methode; die zugrunde liegenden Statistiken sind verlinkt und als Datei herunterladbar.
6. Unabhängigkeit
Statsray ist mit keiner der Stellen verbunden, deren Daten wir zeigen, und erhält von ihnen keinen Auftrag. Wer hinter Statsray steht, steht unter Über Statsray und im Impressum.
7. Fehler und Korrekturen
Trotz aller Prüfungen können Fehler passieren – in den Quelldaten oder bei uns. Hinweise nehmen wir unter support@statsray.com entgegen. Wir prüfen jeden Hinweis und korrigieren Fehler umgehend. Inhaltliche Korrekturen in Analysen vermerken wir am Ende des Beitrags mit Datum. Fehler in den Quelldaten melden wir an die zuständige Stelle.
8. Was Statistiken generell nicht leisten
- Sie zählen, was erfasst wird: Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt angezeigte Straftaten, nicht alle Straftaten.
- Sie zählen oft Fälle, nicht Personen: Wer zweimal im Krankenhaus liegt, ist zwei Behandlungsfälle.
- Sie beziehen sich auf Stichtage oder Zeiträume: Ein Bestand am 31. Dezember ist etwas anderes als eine Summe über das Jahr.
- Sie erklären keine Ursachen: Dass zwei Zahlen gemeinsam steigen, heißt nicht, dass die eine die andere verursacht.