Arbeitslosengeld-Rechner
Wie hoch ist mein Arbeitslosengeld und wie lange bekomme ich es? Arbeitslosengeld I nach Bruttolohn, Steuerklasse und Kindern mit dem Lohnsteuertarif 2026 – plus Anspruchsdauer nach Alter und Versicherungszeit.
Arbeitslosengeld berechnen
Arbeitslosengeld nach §§ 149–154 SGB III: Brutto der letzten zwölf Monate je Kalendertag (höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze), minus 20 % Sozialversicherungspauschale, Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag nach Steuerklasse (Tarif 2026), davon 60 %. Monat = 30 Tage. Näherung: Die Arbeitsagentur rechnet mit der Tageslohnsteuer, Abweichungen von wenigen Euro sind möglich. Höchstsatz in dieser Steuerklasse: 2.798 € im Monat.
Arbeitslosengeld 2026 nach Bruttolohn
| Brutto im Monat | Ohne Kind (60 %) | Mit Kind (67 %) |
|---|---|---|
| 1.500 € | 704 € | 786 € |
| 2.000 € | 893 € | 997 € |
| 2.500 € | 1.070 € | 1.195 € |
| 3.000 € | 1.244 € | 1.389 € |
| 3.500 € | 1.413 € | 1.578 € |
| 4.000 € | 1.579 € | 1.763 € |
| 5.000 € | 1.898 € | 2.120 € |
| 6.000 € | 2.197 € | 2.453 € |
| 8.000 € | 2.699 € | 3.013 € |
Wie lange gibt es Arbeitslosengeld?
| Versicherungspflicht mindestens | Alter ab | Anspruch |
|---|---|---|
| 12 Monate | – | 6 Monate |
| 16 Monate | – | 8 Monate |
| 20 Monate | – | 10 Monate |
| 24 Monate | – | 12 Monate |
| 30 Monate | 50 Jahre | 15 Monate |
| 36 Monate | 55 Jahre | 18 Monate |
| 48 Monate | 58 Jahre | 24 Monate |
§ 147 SGB III. Versicherungspflicht innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Arbeitslosmeldung; für den Grundanspruch zählen die letzten 30 Monate.
Der Arbeitslosengeld-Rechner schätzt das Arbeitslosengeld I (ALG I) nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch – für Beschäftigte, die eine Kündigung erhalten haben, einen Aufhebungsvertrag prüfen oder bereits arbeitslos gemeldet sind. Aus Bruttolohn, Steuerklasse, Alter und Versicherungszeit ermittelt er Tagessatz, Monatsbetrag, Anspruchsdauer und die Summe über die gesamte Bezugszeit. Wer Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhalten hat, kann statt des Monatslohns das tatsächliche Brutto der letzten zwölf Monate eintragen.
So rechnet der Arbeitslosengeld-Rechner
Die Berechnung folgt den §§ 149 bis 154 SGB III in vier Schritten:
- Bemessungsentgelt: Das Brutto der letzten zwölf Monate wird durch 365 Kalendertage geteilt. Berücksichtigt wird höchstens die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung – 2026 sind das 101.400 € im Jahr.
- Sozialversicherungspauschale: Pauschal 20 % des Bemessungsentgelts werden abgezogen, unabhängig von den tatsächlich gezahlten Beiträgen.
- Steuern: Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag nach der Steuerklasse und dem Tarif 2026, ohne Kirchensteuer und ohne Kinderfreibeträge. Der Rechner ermittelt die Jahressteuer und teilt sie durch 365; die Arbeitsagentur arbeitet mit einer Tageslohnsteuer, daher sind Abweichungen von wenigen Euro möglich.
- Leistungssatz: Vom verbleibenden Leistungsentgelt werden 60 % gezahlt, mit Kind 67 %. Für den Monatsbetrag rechnet das Tool mit 30 Tagen.
Die Anspruchsdauer leitet der Rechner aus Alter und Versicherungsmonaten nach der Staffel in § 147 SGB III ab.
Beispiel: 3.500 € brutto in Steuerklasse I
Eine 40-jährige Beschäftigte ohne Kind hat zwölf Monate lang 3.500 € brutto verdient, also 42.000 € im Jahr, und war in den letzten fünf Jahren 24 Monate versicherungspflichtig beschäftigt.
| Rechenschritt | Betrag |
|---|---|
| Bemessungsentgelt je Tag (42.000 € ÷ 365) | 115,07 € |
| − Sozialversicherungspauschale (20 %) | 23,01 € |
| − Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag je Tag | 13,53 € |
| = Leistungsentgelt je Tag | 78,52 € |
| Arbeitslosengeld je Tag (60 %) | 47,11 € |
| Arbeitslosengeld im Monat (30 Tage) | 1.413,30 € |
| Summe bei 12 Monaten Anspruch | 16.959,60 € |
Das entspricht rund 61 % des bisherigen Nettolohns von 2.333,25 €. Mit Kind steigt der Tagessatz auf 52,61 €, im Monat auf 1.578,30 €. Wäre dieselbe Person 56 Jahre alt und 36 Monate versichert gewesen, verlängerte sich der Anspruch auf 18 Monate – zusammen 25.439,40 €.
Obergrenze bei hohen Einkommen
Weil das Bemessungsentgelt bei 101.400 € im Jahr endet, wächst das Arbeitslosengeld ab einem Monatsbrutto von 8.450 € nicht weiter. In Steuerklasse I ohne Kind liegt der Höchstsatz 2026 bei 93,26 € am Tag oder 2.797,80 € im Monat. Bei 10.000 € brutto ersetzt das nur noch rund 49 % des Nettolohns.
Was die Berechnung nicht abbildet
- Sperrzeiten, etwa nach einer Eigenkündigung, und das Ruhen des Anspruchs, wenn bei einer Abfindung die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde,
- die fiktive Bemessung nach Qualifikation, wenn im Bemessungsrahmen weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt liegen,
- Restansprüche aus einer früheren Arbeitslosigkeit,
- schwankende Löhne innerhalb des Jahres – der Rechner verteilt das eingegebene Jahresbrutto gleichmäßig.
Das Ergebnis ist eine vereinfachte Berechnung; maßgeblich ist der Bescheid der Agentur für Arbeit.
Statistiken und passende Rechner
Wie sich die Arbeitslosigkeit entwickelt, zeigen die Statistiken zur Arbeitslosenquote und zur Zahl der registrierten Arbeitslosen; zur Einordnung des eigenen Lohns dient das Mediangehalt. Droht statt einer Kündigung Kurzarbeit, rechnet der Kurzarbeitergeld-Rechner; eine Abfindung netto ermittelt der Abfindungsrechner. Nach dem Ende des Arbeitslosengelds hilft der Bürgergeld-Rechner bei der Einschätzung eines Grundsicherungsanspruchs.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Arbeitslosengeld?
Das Arbeitslosengeld beträgt 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts, mit mindestens einem Kind 67 Prozent. Grundlage ist das Bruttoarbeitsentgelt der letzten zwölf Monate; davon zieht die Arbeitsagentur pauschal 20 Prozent für Sozialversicherung sowie Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag nach der Steuerklasse ab.
Wie lange bekommt man Arbeitslosengeld?
Nach mindestens zwölf Monaten Versicherungspflicht in den letzten 30 Monaten besteht Anspruch für sechs Monate, nach 24 Monaten für zwölf Monate. Ältere erhalten länger: ab 50 Jahren bis zu 15, ab 55 bis zu 18 und ab 58 Jahren bis zu 24 Monate – vorausgesetzt, sie waren entsprechend lange versichert (bis zu fünf Jahre zurück).
Wird Arbeitslosengeld versteuert?
Arbeitslosengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt und erhöht damit den Steuersatz auf das übrige Einkommen des Jahres. Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge zahlt die Arbeitsagentur.
Lohnt sich ein Steuerklassenwechsel vor der Arbeitslosigkeit?
Die Steuerklasse beeinflusst die Höhe des Arbeitslosengelds. Ein Wechsel während des Jahres wird aber nur berücksichtigt, wenn die neuen Steuerklassen dem Verhältnis der Arbeitsentgelte beider Ehepartner entsprechen oder das Arbeitslosengeld dadurch niedriger ausfällt (§ 153 Abs. 3 SGB III).
Wie viel darf man zum Arbeitslosengeld dazuverdienen?
Bei einer Nebentätigkeit von weniger als 15 Stunden pro Woche bleiben 165 Euro im Monat anrechnungsfrei. Was darüber hinausgeht, wird nach Abzug von Steuern, Sozialversicherung und Werbungskosten vom Arbeitslosengeld abgezogen.
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